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Meerschweinchen
Das Meerschweinchen
   

Hinweis zu Kauf und Eingewöhnung

Wer sich zum Kauf eines - oder besser - mehrerer Meerschweinchen entschieden hat, wird viel Freunde und Spaß mit den aufgeweckten Nagern haben. Gerade für Kinder ab 8 Jahren sind sie als Heimtiere geeignet, da die tag- und dämmerungsaktiv sind. im Gegensatz zum Hamster. Man erhält sie beim Zoofachhandel oder Züchter: manchmal werden sie auch per Anzeige in der Zeitung oder beim Tierarzt angeboten. Und nicht zu vergessen, auch das Tierheim sucht mitunter ein neues Zuhause für Meerschweinchen.

Wenn möglich, sollte man sich Jungtiere - nicht älter als drei Monate anschaffen. Besser, man nimmt von vorneherein gleich zwei Tiere, denn Meerschweinchen fühlen sich in Gesellschaft sehr viel wohler und der Pflegeaufwand ist nur unwesentlich größer. Zwei Weibchen vertragen sich meist gut miteinander, aber auch Männchen oder Pärchen lassen sich problemlos zusammenhalten, wenn man eines der Männchen kastrieren lässt. Dieser Eingriff gehört bereits zu den Routineeingriffen in der Kleintierpraxis.

Beim Kauf sollte man auf folgendes achten:

  • Das Fell sollte am ganzen Körper sauber und trocken sein und keine Kahlstellen aufweisen. Nehmen Sie das Tier hoch und schauen Sie sich auch die Afterregion genau an! ( Haut ohne Schuppen, Haarlinge sieht man laufen, keine kotverschmierten Hautstellen um den After und Fußballen)
  • Die Augen sollten klar glänzen und nicht verklebt sein.
  • Die Ohren, d.h. auch sie Gehörgänge, sollten sauber und nicht entzündet sein.
  • Das Schnäuzchen sollte glatt und rosarot aussehen.
  • Die Nase sollte sauber und trocken sein.

Meerschweinchen sind gesund, wenn sie sich von den anderen Tieren ihrer Umgebung nicht absondern. Sie versprechen statt dessen muntere Spielkameraden zu werden, wenn sie sich lebhaft mit ihren Artgenossen beschäftigen. Zu Hause sind die jedoch zunächst noch scheu und zurückhaltend. Am besten lässt man sie erst einmal in Ruhe. Nach wenigen Tagen haben sich Meerschweinchen meist eingewöhnt, und man kann versuchen, sie mit einem Leckerbissen anzulocken. Sobald die Angst überwunden ist, darf man sie behutsam anfassen, streicheln und sanft auf sie einreden. Bei manchen Meerschweinchen dauert das Eingewöhnen etwas länger. Aber mit Geduld und Liebe werden sie in der Regel alle handzahm.

Haltung:

  • niemals Einzelhaltung
  • immer paar
  • oder mehrfache Haltung, auf keinen Fall mit einem einzelnen Kaninchen zusammen ( diese Haltung ist nicht artgerecht!). Ideal sind kastrierter Bock mit mehreren weiblichen Schweinen
  • Lebenserwartung ca. 8 -l l Jahre
  • Dämmerungsaktiv, daher geeignet für Kinder ab etwa 8 Jahren

Unterbringung:

  • Gitterkäfig mit Plastikwanne
  • Größe für 1-2 Tiere L 100 cm x B 60 cm x H mindestens 40 cm, möglichste 2 Etagen mit Verbindungs"treppe"

Standort:

  • Erhöht damit die Tiere von unten aus dem Käfig genommen werden können
  • Kein Durchzug
  • Hell, Tageslicht
  • Nicht im Kinderzimmer, da die Tiere nachts Lärm machen
  • Temperatur 18° - 22 °C , Luftfeuchtigkeit 40 - 70 %
  • Wohnungsfreilauf nur unter Aufsicht
  • Gartenauslauf im Sommer möglich (nur mit schattigem, regensicheren Unterschlupf, Abdeckung des Auslaufs von oben gegen Elstern oder Katzen!)

Einrichtung:

  • Einstreu: Heu, Stroh, sowie Säge
  • oder Hobelspäne aus unbehandelten Holz, besser weil weicher, ist geschreddertes Altpapier
  • Trinkflasche (regelmäßig Durchgängigkeit prüfen) kein Napf, Gefahr der Verschmutzung durch Kot
  • Futterraufe für Heu, außen angebracht vergrößert den Platz im Käfig
  • Futtenapf (möglichst standfest, z.B. aus glasiertem Ton oder Steingut)
  • Je ein Flachdach
  • Schlupfkasten pro Tier ( min. L 15 cm x B25 cm x H 15 cm)

Futter:

  • weiches, aromatisch riechendes Heu. Hafer. Getreide. Sonnenblumenkerne
  • niemals Joghurt- oder andere Drops. Gefahr der Blasensteinbildung!
  • Gemüse: Karotten, Kartoffeln
  • Obst: Gurken, Äpfel, Tomaten
  • Grünfutter ( natürlich sauber und ungespritzt) Löwenzahn Schafgarbe, Vogelmiere, Luzernen, Bärenklau. Rot- und Spitzwegerich
  • Maximal ein Teelöffel Kraft- bzw. Fertigfutter pro Tag pro Tier
  • Kopfsalate, Petersilie, Grünkohl, Schnittsalat, Endiviensalat, Chicoree, Chinakohl, Feldsalat
  • Gut getrocknetes Weißbrot, Zwieback und Knäckebrot
  • Wichtig: Vitamin C muss über das Futter aufgenommen werden, deshalb ist oft eine zusätzliche Gabe von stabilisierte Ascorbinsäure notwenig
  • Konstanz in der Futterzusammenstellung
  • häufiges wechseln verstärkt Verdauungsstörungen!!

Merkblatt für Meerschweinchenbesitzer
Viele unserer Heimtiere werden in Deutschland durch falsche Ernährung oder Haltung zu Tode gepflegt. "Der leise Tot der Kuscheltiere^ wird von uns Menschen oft nicht bemerkt. Nur wenige erreichen ihr natürliches Lebensalter!
Einer der Hauptgründe für den frühen Tod unserer Hausmeerschweinchen ist falsche Ernährung. In bester Absicht werden sie überfüttert, und gehen wegen Überfettung ihrer Organe qualvoll zu Grunde. Die Domestikation unserer Hausmeerschweinchen begann vor 3.000Jahren in Adengebiet. Es gehörte zu den Nagetieren hier zu der Unterordnung Hystricomorpha ( Stachelschwein-artig). Unterunterordnung Caviomorpha = Meerschweinartig. Die Caviomorpha sind die ältesten Nagetiere Südamerikas und besetzen dort nahezu alle Lebensräume.

Ernährung: Unsere Meerschweinchen nehmen ihre Nahrung mit den Schneidezähne und den Lippen auf. Die Vorderpfoten sind nicht zum Greifen und Festhalten der Nahrung geeignet, sondern Grabwerkzeuge. Lange Stängel werden mit den Scheidezähnen abgebissen und mit der Zunge in die Mundhöhle befördert. Kleinere Nahrungsstücke werden mit den Lippen erfasst, in die Mundhöhle befördert und abgeschluckt. Die Schneidezähne benagen größere Futterobjekte(Äpfel, Birnen, Aprikosen, Pfirsiche, Äste, gekochte Kartoffeln, trockenes Brot etc.) und werden von den Backenzähnen zerkleinert. Die Backenzähne wachsen täglich einige Millimeter nach und nach nutzen sie sich beim zerkleinern und zermahlen der Nahrung ab. Der Kauapparat und der Magen-Darm-Trakt unseres reinen Pflanzenfressers Meerschweinchen ist aufständige, rohfaserreiches Nahrungsangebot ausgerichtet. Es ist kein Körnerfresser! Milchdrops oder andere nicht artgemäße Nahrungsmittel sollten aus dem Speiseplan verbannt werden. Unsere Meerschweinchen müssen in kleinen Portionen über den gesamten Tag verteilt Futter aufnehmen, denn das Futter wird nicht durch die sehr dünne Muskelschicht in Magen und Darm weiterbewegt, sondern durch Aufnahme und Schieben des Futters. Die Wasseraufnahme erfolgt überwiegend indirekt über die Pflanzen mit hohem Wassergehalt und Tau- und Regentropfen, die an Pflanzen hängen. An Wasserstellen selten in kauend-schöpfender Art. Unsere Meerschweinchen haben gelernt sich der Nippeltränke zu bedienen. Meerschweinchen vertragen keine blähenden Kohlsorten in großen Mengen - kein Weißkohl, Rotkohl, Rosenkohl und nur vorsichtig Kohlrabi. Immer nur von allem kleine Mengen, keine rohen Kartoffeln und keine grüne Bohnen.!
Wie der Mensch können unsere Meerschweinchen kein Vitamin C selbst herstellen, müssen es also über die Nahrung aufnehmen. Vitamin C befindet sich in frischem Grünfutter, wie Paprika, Sauerampfer, Löwenzahn, Petersilie. Spinat, Rote Beete. Gartenkresse, Fenchel und Vollkornbrot. Zur Not kann Vitamin C über das Trinkwasser gegeben werden. Erwachsene Meerschweinchen benötigen 10 bis 30 mg Vitamin C pro Tag.
Meerschweinchen gewöhnen sich an ein bestimmtes Futter. Ihre Darmbakterien stellen sich darauf ein. Wird plötzlich das Futter umgestellt, so kommt die Verdauung durcheinander. Alle Futterumstellungen, aber auch andere Änderungen im Käfig, der Käfigumgebung, der gesamten Haltung sollte man nach und nach durchführen. - Trockene, perlenförmige Kotpellets werden ständig im Laufe des Tages nach dem Rein - Raus - System abgesetzt. Das Meerschweinchen hat noch eine zweite Kotart, den weichen Blinddarmkot. Er wird von unseren Meerschweinchen direkt vom Anus oral aufgenommen und einer zweiten Darmpassage zugeführt. Sie sind obligate Kotfresser, denn sie nehmen die restlichen Nährstoffe, Verdauungsenzyme und Darmbakterien erneut auf. Alte Meerschweinchen, oder Tiere mit Wirbelsäulenerkrankung( Ursache sind zu kleine Käfige)

Können diesen lebensnotwendigen Kot nicht mehr aufnehmen. Er hängt an ihrem After. Diese Tiere würden an Verdauungsstörungen sterben. Sie können Ihnen helfen, indem Sie den Kot täglich vom After entfernen und zum Fressen in den Käfig legen.

Soziale Strukturen:
Mehrere Männchen leben friedlich - bei genügend großen Gehegen - miteinander - ohne Hierarchie. Um Weibchen und Gebiete wird in kurzen Kämpfen - Kommentkämpfe ohne ernsthafte Verletzungen gekämpft. Im Käfig ist es oft anders. Das Hausmeerschweinchen muss die Anpassungsfähigkeit an die Umwelt lernen, sie ist ihnen nicht angeboren. Sie brauchen viel Zeit dafür! Schnelle Veränderungen haben schlimme Folgen. Sie sind sehr stressanfällig gegenüber Veränderungen aller Art, wie Futteränderungen, Käfiginneneinrichtung, neue Käfige, Platzveränderung des Käfigs oder Verlust des zweiten Meerschweins. Immer nur langsam an neues gewöhnen! Nahrungs- und Wasserverweigerung sind Warnhinweise auf Erkrankungen oder soziale Überforderung.
Ein zweites Meerschwein als Bindungspartner ist für die Stressminderung!

Die Haltung:
Das Sozialverhalten, Wohlergehen und der Friede ist in reinen Männchengruppen und reinen Weibchengruppen genauso gut, wie in gemischtgeschlechtlichen Gruppen. Die Einzelhaltung ist abzulehnen! Bei zwei Tieren ist jede Kombination möglich. Niemals ausgewachsene, gleich alte und gleich starke Meerschweinchen, die sich nicht kennen, ohne Aufsicht zusammen setzen, egal ob es zwei Männchen oder zwei Weibchen sind. Ausgewachsene Tieren beanspruchen das ganze ihnen bekannte Territorium und kommt ein weiteres Tier hinzu, wird darum gekämpft. Mann sollte die Tieren langsam aneinander gewöhnen, indem der Käfig durch Draht getrennt wird und beide mehrmals täglich
  a) außerhalb des Käfigs unter Aufsicht laufen lassen
  b) Geruchsaustausch über die Pheromdrüsen der Unterkiefer

Anforderungen an die Käfigbeschaffenheit:

  • mindestens 0,4 qm pro Tier
  • saugfähiges Eintreu ( wegen Stauballergien und Milbenbefall besser + Papierschredder oder Sand als Sägespäne)
  • Unterschlupfmöglichkeiten
  • Knabber und "Spiel"- materialien
  • Ganzjährige Freilandhaltung ist sehr gut. Das Gehege muss ein- und ausbruchsicher sein und ein trockenes, windgeschütztes Rückzugsgebiet haben. Den Käfig spätestens jeden 3. Tag reinigen, sonst können vermehrt Krankheiten, wie Kokzidiose auftreten, die bei nicht regelmäßig gereinigten Käfigen häufig vorkommt.

Die gemeinsame Haltung von Meerschweinchen und Kaninchen als Einzeltier in einem Käfig ist abzulehnen, da beide verschiedene Tierarten mangelhafte oder gar keine Kommunikationsmöglichkeiten, unterschiedliche Laute mit verschiedenen Bedeutungen und unterschiedlicher Ruhe- und Fressgewohnheiten haben. Diese Haltung bedeutet für beide Arten Stress. - Sollten Sie noch Fragen haben steht Ihnen unser Team Jederzeit gern zur Verfügung.

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